Spreewaldtrail 2008 - Ein Teilnehmerbericht

Mittwoch, 24 Juni 2009 | Geschrieben von Katy Zywietz

Es trafen sich 9 Reiter und 3 Reiterinnen zum diesjährigen  Spreewald-Trail. Sie folgten der Einladung von Bernd Stamm von der Cattlemans Ranch. Der Viehtrieb sollte das sechste Jahr in Folge stattfinden. Pferd und Reiter bezogen Quartier auf dem Hof des Biobauern Buchan, gelegen inmitten riesiger Weiden, Heimat hunderter Angus-Rinder. Mit von der Partie war auch die Fotografin Yvonne Streib (www.lantastic.de). Sie schoss mehr als 1000 Bilder von diesem faszinierenden Wochenende.

Während die letzten Teilnehmer eintrudelten ließen die ersten Reiter  ihre Pferde schon mal an den Kühen schnuppern. Auch beschnupperten sich  die Reiter untereinander: Es waren echte Greenhorns dabei, ebenso wie  "alte Hasen". Bei der ersten Arbeit an den Kühen hieß es,  zusammentreiben und zusammenhalten.

Spreewald Trail 2008

Wir versuchten uns an etwa 40 Stück Jungvieh auf der beeindruckend  großen Hauskoppel. Die unerfahreneren Pferde lernten schnell die Kühe  einzuschätzen. Die erfahreneren Reiter trieben auch schon mal  vereinzelte Tiere zurück. Wir Alle lernten aber als Team zusammen zu  arbeiten. Nach reichhaltigem Mittagessen verflog der Nachmittag im Nu.  Am Abend tauschten wir die Pferde gegen Drahtesel ein und wer noch nicht genug Galopp hatte konnte sich hier ganz austoben. Nach kurzer Radtour  durch den Spreewald feierten wir den Tag der deutschen Einheit: 12 Reiter aus 6 Bundesländern!

Spreewald Trail 2008Am folgenden Morgen trafen sich unsere Cowboys und Girls mit der  ortsansässigen Jägerschaft. Die Jäger betreuten uns mit der Aufgabe  einer Drückjagd, d.h. wir versuchten vom Pferderücken aus Wildschweine  aus einem knapp 25 ha großem Maisfeld zutreiben.

Wie unterschiedlich unsere Quarter doch damit umgehen, wenn sie plötzlich nichts mehr sehen außer Mais! Im Anschluss bereiteten wir die  große Herde von 170 Mutterkühen, Kälbern und einem Bullen zur Umweidung  vor. Also zusammentreiben, zusammenhalten und dann langsam in die  gewünschte Richtung bringen. Denn wer sollte schon 171 galoppierende  Kühe wieder anhalten? Nach der Stärkung am Mittag mit hausgemachter  Grillwurst, Salat und Spreewaldgurken war es dann soweit. Wir öffneten  die Zäune. Ein Meer brauner Kühe verließ ihre Weiden. Gut 2 km weiter  war es geschafft, alle Tiere erreichten wohlbehalten die neuen  Weidegründe, auch der Bulle. Uns erwartete auf dem Hof Rehkeule zur  Belohnung.

Spreewald Trail 2008Wenn's läuft, dann läuft's...

Danach noch eine kleine Radtour zu einem nahe gelegenen Campingplatz. Der Betreiber reichte frisch geräucherte Forelle. Anschließend wurde  unsere Gruppe im Kahn über die Kanäle gestackt. Der nächtliche  Spreewald hatte Einiges zu bieten. So begleitete ein neugieriger Nutria uns Nachtschwärmer, um sich dann unbeeindruckt vor seinem Bau  beobachten zulassen. Ein Eisvogel zeigte sich und ein Reiher flog auf, der von den Spreewäldern aber Ente genannt wird.

Spreewald Trail 2008Der Sonntag begann wieder mit einer Drückjagd. Die Jäger baten uns  diesmal zu einem kleineren Maisfeld. Hier war die Teamarbeit auch von  Erfolg gekrönt. Es wurden gleich mehrere Wildschweine erlegt. Gegen  Mittag hieß es dann wieder ran an die Rinder. Wir waren geübt genug das Jungvieh von der Hauskoppel in den Wald zutreiben. Riesige uneingezäunte Waldwiesen breiteten sich aus. Nun brauchten wir die Kühe nur noch  grasen lassen und etwas zusammen zuhalten. Alles war getaucht in warmes  Sonnenlicht, die friedlich grasenden Rinder umgeben von zufriedenen  Kuhhirten auf ihren Pferden.

Wir mussten den Heimweg antreten. Unsere Straßensperre verleitete  sogar die Polizei zu einem: "Spielen wir hier Cowboy?" Am Hof angekommen hieß es langsam Sachen packen. Einige der Trail-Reiter hatten noch 6  Stunden Fahrt vor sich.

So verabschiedeten wir uns: "Bis zum nächsten Jahr!"